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Über
das Buch: 'Geheimversteck Hotel Atlantic'
Was während
des Krieges in Schulen geschah
Über
das Buch: Geheimversteck Hotel Atlantic
Irma
befindet sich nicht auf dem Klassenbild. Warum nicht? Sie
war doch bei
Els in der Klasse?
Die Schule in der Besemstraße war keine gewöhnliche Schule. 1941
wurden alle
jüdischen Kinder in eine extra gegründete Schule verwiesen; in Den
Haag
befand sie sich in der Besemstraße. Weil aus der Zeitung deutlich wurde,
dass Willy genauso alt war wie Els, dachte Irma: vielleicht war Willy bei
Els in der Klasse.
Überall in den Niederlanden wurden die jüdischen Kinder, Lehrer und
Lehrerinnen von den Schulen verwiesen. Also auch in Amsterdam. Nur nicht
bei Ronny. Auf der Wilhelmina Catharina Schule durften die jüdischen
Schüler bleiben. Aber fragt nicht, wie!
Auf einmal
gab es eine Mauer in der WC-Schule. Die jüdischen
Kinder
mussten in den hinteren Teil, die übrigen Kinder blieben im vorderen
Teil des
Gebäudes. Kontakt war strengstens verboten. Immer wieder fehlte ein Kind.
Und weil sie einen Stern auf ihrem Mantel tragen mussten, wurden sie von den
(*)Kindern der NSB-Mitglieder, den Lojedajes, geneckt.
Fünf Überlebende
Es gelang mir, Clary in Israel aufzuspüren.
Und ein Junge aus der Klasse,
Louis Moses, meldete sich selber, als er in den Vereinigten Staaten im
Internet die 'Haagsche Courant' gelesen hatte. Leider erkannten sie Willy
nicht. Clary ist extra aus Israel herüber geflogen um der Präsentation
des Buches 'Geheimversteck Hotel Atlantic' beizuwohnen. Das war für Ronald
und mich natürlich fantastisch.
"In
dieser jüdischen Schule ging es zu wie in einem Taubenschlag.
Innerhalb von nur wenigen Monaten wurden Kinder deportiert
oder sie fanden ein Versteck und tauchten unter," erklärt
Clary. "Ich musste ein ganzes Stück zu Fuß gehen
zu der jüdischen Schule. Denn die Kinder mit einem
Stern durften doch nicht mit der Straßenbahn fahren,
und Rad fahren war auch verboten. Einmal bin ich hinten
auf einen Kohlenwagen gesprungen. Ich hielt meinen Schulranzen
vor meinem Stern. Pechschwarz kam ich in der Schule an."
Noch
einmal das Klassenbild, jetzt mit Pfeilen, die auf Louis
Moses, Clary, Els
und Leo Blok weisen. Von allen Kindern auf dem Bild haben nur fünf den
Krieg
ü berlebt
I da’s
Traum
Bevor sie untertauchte, wurde die auch in Deutschland
bekannte Autorin und Dichterin Ida Vos in die Schule in der
Den Haager Besemstraße eingewiesen. Der Junge, der
Willy etwas ins Ohr flüstert, ist Idas Neffe Leo Blok.
Selber war Ida in einer Parallelklasse.
Ida beschreibt
in ihrem Buch 'Tanzen auf der Brücke von Avignon',
wie sie
irgendwann träumte, dass nicht-jüdische Kinder sie schützten.
"Die
Kinder im vorderen Teil der WC-Schule machen in eurem Buch
'Geheimversteck Hotel Atlantic' meinen Traum wahr",
meint Ida. "Ihr könnt euch nicht vorstellen,
wie ihr jüdische Kinder getröstet habt, weil
ihr sie gegen die Bande der Lojedajes in Schutz nahmt",
sagt sie zu Ronny. "Es hilft großartig, wenn
andere Kinder dich nicht fallen lassen, wenn du geprügelt
wirst. Weil mich das so bewegt, werde ich einige meiner
Gedichte bei der Vorstellung eures Buches vorlesen."
* NSB
war die niederländische Nazipartei, nach deutschem
NSDAP-Vorbild gegründet, Anm. d. Übers.
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